Gebetswoche 2026

Gebet lernt man durch Beten

Vorwort zur Gebetswoche 2026

„Gebet ist keine Tätigkeit, die uns angeboren ist.“

So lautet eine These, die in der theologischen Welt Beachtung fand und vielfach diskutiert wurde und
wird.
Könntest du dieser Aussage zustimmen? Ich neige zu einem Ja und denke dabei an den Text aus Lukas 11,1, wo ein Jünger Jesus bittet: „Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.“ Man könnte fragen, ob es hier grundsätzlich um das Gebet geht, oder eher die Motive oder bestimmte Techniken des Betens angesprochen werden. Diese Unterscheidung ist sicherlich zulässig und darf weiter diskutiert werden.

Während der Gebetswoche beten wir in verschiedenen Situationen. Wir dürfen allein zu Gott kommen oder sind eingebettet in eine Glaubensgemeinschaft von Gottesdienstbesuchern. Wir singen laut und voller Begeisterung und ehren dadurch Gott oder wir suchen die Abgeschiedenheit der Stille, um ganz persönlich und vertraut mit Gott zu sprechen. Vielleicht gibt es Personen, die noch wenig Erfahrung mit dem Beten haben, weil sie ihre ersten Schritte im Glauben machen oder weil sie eine lange Durststrecke voller Zweifel und Enttäuschungen mit Gott oder der Gemeinde erlebt haben. Egal, aus welchen Gründen ihr euch trefft: Das Gebet verbindet und bringt euch in die Gegenwart Gottes.

Die Auswahl der Lesungen ist vielfältig: Unser Blick wird auf die Bibel gelenkt und im Jubiläumsjahr unserer Kirche dürfen Mut und Zuversicht nicht fehlen. Menschen berichten aus ihrem Leben mit Gott und anderen Menschen. Das hält uns am Puls der Zeit und stärkt unseren Glauben.

Wir wünschen euch eine gesegnete Zeit und tiefe Erfahrungen mit Gott.

Johannes Naether, Präsident des Norddeutschen Verbandes
Werner Dullinger, Präsident des Süddeutschen Verbandes